Was ist Selbstfindung eigentlich?

von Jana Engel // in Selbst & Selbstführung // 28. August 2026

Aktualisiert: 28. August 2026

Letztens habe ich darüber nachgedacht, wie eigentlich meine Suche nach mir selbst abgelaufen ist. Was waren Teile, die wichtig waren? Gibt es vielleicht einen Prozess? Läuft der immer so ab? Das waren Fragen, die ich mir gestellt habe.

Aber, bevor ich mich dem Wie der Selbstfindung widme, finde ich es wichtig, diesem Begriff selbst auf die Spur zu kommen.

Schnell steht er im Raum, wenn es um persönliche Entwicklung oder persönliches Wachstum geht. Es ist ein Thema, das mich lange umgetrieben hat - und das auch viele meiner Klient:innen kennen.

Nicht umsonst steht es prominent in meiner Dreier-Kombination: Selbstfindung · Selbstführung · AKASHA Seelenreisen.

Was ist eigentlich Selbstfindung? Jenseits von Wikipedia-Definition und Theorie. Und warum begeben wir uns eigentlich auf den Weg: uns selbst zu finden? Darüber schreibe ich in diesem Blogartikel. 

🔎 Worum geht es hier?

In diesem Artikel erfährst Du,

  • was Selbstfindung eigentlich bedeutet - und warum ich anders darauf blicke als Wikipedia und Co.,
  • warum "sich entwickeln" nicht dasselbe ist wie "sich selbst finden",
  • warum sich manche Menschenauf die Suche nach sich selbst begeben - und andere nicht,
  • was mich selbst auf diesen Weg gebracht hat.

Lesezeit: ca. 8 Minuten


Was ist Selbstfindung?

Um dem Begriff genauer auf den Grund zu gehen - habe ich dann doch erst einmal Wikipedia und die KI befragt. Was dabei herauskam findest Du hier - und meine eigene Sicht darauf. Ich lade Dich auch gerne dazu ein, Dir selbst einmal Gedanken dazu zu machen. Du liest diesen Artikel ja wahrscheinlich, weil Dich das Thema irgendwie beschäftigt. Also, bevor alle anderen etwas dazu sagen: Wie siehst Du das eigentlich für Dich - was ist Selbstfindung?

Und jetzt geht es weiter mit Wikipedia.

Was sagt Wikipedia?

Wikipedia verortet Selbstfindung fest in der Entwicklungspsychologie: ein in der Pubertät beginnender Prozess, in dem ein Mensch versucht, sich in seinen Eigenheiten und Zielen zu definieren - vor allem durch Abgrenzung zu anderen (Othering), indem die Person mehr oder weniger bewusst ihren Platz in der Gesellschaft festlegt. Beeinflusst wird dieser Prozess durch Sozialisation, Vorbilder und Peergroups, und er kann von Krisen begleitet sein, wenn eine angestrebte soziale Rolle unerreichbar bleibt.

Was sagt die KI?

Fragt man eine KI-Suche, klingt es anders: Selbstfindung wird hier als aktiver Prozess beschrieben, bei dem ein Mensch eigene Werte, Bedürfnisse, Stärken und Wünsche erforscht, um das wahre Ich jenseits äußerer Erwartungen zu erkennen - oft ausgelöst durch Lebenskrisen, Übergangsphasen oder ein Gefühl der Entfremdung.

Und was ist Selbstfindung für mich?

Näher an meiner Erfahrung ist die zweite Definition. Für mich ist Selbstfindung kein Prozess, der bei jedem Menschen einfach so abläuft, eingebettet in die eigene persönliche Entwicklung. Sich als Mensch zu entwickeln über die verschiedenen Lebensphasen hinweg heißt nicht zwangsläufig, sich selbst zu finden. Beeinflusst von Familie, Gesellschaft und prägenden Erfahrungen kannst Du nämlich ein Leben führen, das jenseits von dem liegt, wer Du eigentlich bist und was Dir wichtig ist. Dann hast Du Dich nicht selbst gefunden - dann existierst Du einfach.

Selbstfindung ist aus meiner Sicht eine Entscheidung, sich auf die Suche nach sich selbst zu begeben. Das passiert selten einfach so, sondern wird oft durch etwas ausgelöst, was uns aufrüttelt - eine Krise, ein Umbruch, das Gefühl, uns fremd zu sein. 

Einen Punkt sehe ich generell anders als beide Definitionen: Ich glaube nicht, dass ich im Prozess der Selbstfindung etwas finden muss, das neu ist. Meine Erfahrung und Meinung ist: Ich muss ausgraben, was schon da ist - nur verborgen. Selbstfindung hat für mich weniger mit Entdecken zu tun als mit Erkennen - nicht: "was ist da draußen (oder tief in mir) Neues zu finden", sondern: "wer war ich eigentlich schon immer, bevor ich mich von mir selbst entfernt habe."

Selbstfindung - bildlich gesprochen

Manche Begriffe lassen sich einfacher erklären, wenn man mal bildhaft draufschaut - und ich arbeite ohnehin gern mit Metaphern und Bildern. Was mir in Bezug auf Selbstfindung einfällt, sind vor allem Symbole, die einen auf dem Weg begleiten, sich selbst besser zu verstehen und tiefer zu schauen.

Ein paar davon findest Du auch im Titelbild dieses Artikels - hier möchte ich noch mal näher auf die Metaphern und Symbole eingehen.

Der Hammer und der Meißel

Sie stehen für die grobe Arbeit am Anfang  - das schrittweise Abtragen von allem, was sich über die Jahre auf Dich gelegt hat: Erwartungen, Rollen, Glaubenssätze. Manchmal muss erst etwas wegbrechen, damit sichtbar wird, was darunter liegt. Gleichzeitig stehen diese Symbole aber auch für das immer feinere Herausarbeiten und Ziselieren Deiner Form. Denn wenn einmal unter allem die wahre Form gefunden ist - darfst Du sie natürlich weiter in Deinem Sinne gestalten.

Der Spaten

Manches liegt nicht an der Oberfläche, sondern tiefer vergraben - unter Jahren des Funktionierens, unter dem, was Du glaubst, sein zu müssen. Der Spaten steht für die Bereitschaft, tiefer zu graben, auch wenn es unbequem oder langwierig ist.

Der archäologische Pinsel

Nach der groben Arbeit kommt die feine: nicht mehr abtragen, sondern behutsam freilegen, was fast schon sichtbar ist. Manche Erkenntnisse brauchen Geduld.

Die Lupe

Um zu verstehen, wer du eigentlich bist, reicht ein flüchtiger Blick nicht. Die Lupe steht fürs genaue Hinschauen - für die Bereitschaft, auch die kleinen, unscheinbaren Details und vielleicht auch nicht so geliebten Teile an Dir selbst wahrzunehmen. Du darfst alles betrachten, was zu Dir gehört.

Der Spiegel

Am Ende geht es nicht darum, etwas Neues zu finden, sondern dem zu begegnen, was schon immer da war. Der Spiegel zeigt Dir kein anderes Gesicht - nur Dein eigenes, wahres.

Die Landkarte

Selbstfindung ist kein Weg ohne Orientierung. Die Landkarte steht dafür, zwischendurch innezuhalten und zu fragen: Wo stehe ich gerade? Wohin will ich eigentlich?

Das Notizheft

Nicht jede Erkenntnis bleibt von alleine haften. Das Notizheft steht fürs Festhalten - für die Erkenntnisse, Sätze und Gefühle, die wichtig für Dich sind.

Der Brunnen

Manches liegt nicht an der Oberfläche, sondern tief unten, verborgen unter Jahren. Der Brunnen steht für diese Tiefe - dafür, dass es sich lohnt, hinabzusteigen, auch wenn es dunkler und stiller und vielleicht auch geheimnisvoller wird, je weiter man kommt.

Das Fossil

Nicht alles, was man freilegt, ist auf den ersten Blick schön. Manchmal stößt man auf sehr alte, sehr tief vergrabene Themen - oft welche, die längst vor einem selbst begonnen haben. Das Fossil steht für dieses Ausgraben von etwas Altem, nicht um es zu bewerten, sondern um es endlich ans Licht zu holen.

Vielleicht resonieren diese Bilder mit Dir. Vielleicht fallen Dir eigene ein, wenn Du an Deinen Prozess der Selbstfindung denkst. Schreib sie gerne in die Kommentare. Ich bin gespannt, was sich bei Dir zeigt.

Warum suchen wir nach uns selbst?

Wie oben geschrieben gibt es für diese Suche nach uns selbst oft einen Auslöser: eine Krise, einen Übergang, ein Gefühl, dass da etwas fehlt, dass wir etwas nicht leben.

Konkret können diese Auslöser vielfältig sein.

  • Der Körper oder die Psyche machen nicht mehr mit (Krankheit, Burn-out), was unser bisheriges Leben massiv in Frage stellt.
  • Äußere Systeme brechen weg (Jobverlust) - hier wird die Entfremdung sichtbar, weil die Ablenkung/das Funktionieren plötzlich nicht mehr möglich ist oder eine daraus resultierende Krise uns in die Auseinandersetzung mit uns selbst zwingt.
  • Anforderungen, die an uns gestellt werden, kollidieren immer deutlicher mit dem eigenen Wesen (Wertekonflikte, Neurodivergenz als grundsätzliche Nicht-Passung, Menopause als körperlich-energetische Verschiebung, die alte Kompromisse nicht mehr tragbar macht).
  • Trennung vom Partner führt zum Verlust einer bisherigen Lebensrealität, die uns auf uns selbst zurückwirft.
  • Wir haben ein diffuses Gefühl, dass wir eine Bestimmung auf dieser Welt haben und diese nicht leben. Es ist etwas, das wir nicht dauerhaft ignorieren können.

Die Wirkung all dieser Auslöser ist, dass sie uns zumeist in einen mehr oder weniger krisenbehafteten Zustand führt - eine Form von Identitätskrise. Warum unsere Identität plötzlich in Frage steht hat natürlich noch tiefere Gründe: Fremdbestimmung, Abkopplung vom Selbst und den eigenen Gefühlen, Funktionieren. Darauf gehe ich hier aber nicht ein.

Die Krise bringt etwas zum Vorschein, das nicht ignoriert werden kann: das unbedingte Bedürfnis sich selbst besser zu verstehen und authentisch zu leben. Dieser Wunsch ist so stark, dass jemand kaum eine Wahl hat, sich dem zu entziehen. 

Es ist wie ein Erwachen, eine Bewusstwerdung, die unumkehrbar ist. Wie Leo, der aus der Matrix aufwacht. 

Und: es ist kein angenehmer Prozess. Weil es ein Dazwischen ist - zwischen dem, der man glaubte zu sein und dem, der man wirklich ist. Und dem Leben, das wirklich zu einem passt.

Woher ich das weiß? Ich war selbst mindestens 14 Jahre auf der Suche nach mir selbst. Mein Auslöser war übrigens ein Buch.

Was war der Auslöser für meinen persönlichen Prozess der Selbstfindung?

Bei mir war es ganz im Ursprung ein diffuses Gefühl, dass etwas nicht stimmt. Ich war sehr gut darin, lange vor mir selbst wegzulaufen, zu funktionieren, zu leisten, nach Anerkennung im außen zu suchen. Oft war ich nicht im Moment, nicht präsent, nicht gut mit mir und meinen Gefühlen verbunden. Das hat zu der ein oder anderen Entscheidung geführt mit entsprechenden Konsequenzen.

Irgendwann stieß ich zufällig auf Arno Grün "Der Fremde in uns". Dieser Titel hat irgendwie an dieses diffuse Gefühl angekoppelt. Ich kannte das, etwas an mir selbst abzulehnen und es in anderen zu bekämpfen. Hart und stark sein zu wollen - und in anderen die Schwäche abzulehnen. Weil ich mir meine eigene Sensibilität und Emotionalität nicht erlauben wollte - oder nicht glaubte, erlauben zu können. Daher kenne ich auch das Thema internalisierte Mysogenie. 

Arno Grün hat mir das alles vor Augen geführt. Es war der Weckruf. Ich habe mich durch dieses Buch endlich auf den Weg zu mir selbst gemacht - aber noch immer nicht mein Leben entsprechend gestaltet. Das fing erst an, als ich wegstrukturiert wurde und meinen Job verlor. Dann kam die Krise und der Wendepunkt. Mit 38. Sie sollte mich 14 Jahre begleiten - meine Identitätskrise und die Suche nach mir.


Wie sich mein Prozess von da an entfaltet hat, was ich dabei gelernt habe, was mir geholfen hat - und was aus meiner Sicht einen Selbstfindungsprozess ganz allgemein ausmacht - darüber schreibe ich im zweiten Teil: Wie geht eigentlich Selbstfindung?

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Alle Blogartikel rund um Selbstfindung & Selbstführung und weitere Themen findest Du auf meiner Themenfelder-Seite.

Manches liegt zu tief verborgen, um es allein mit Kopf und Denken zu erreichen.

Wenn Du diesen Themen auf den Grund gehen und Dich mit dem verbinden möchtest, was schon immer in Dir schlummert - begleite ich Dich gern in einer AKASHA Seelenreise.

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Bildquelle:

Titelbild (Werkzeugkasten der Selbstfindung) kreativ erstellt mit Unterstützung von KI (Chat-GPT und Claude.ai)

Über den Autor

Jana Engel ist AKASHA Guide und Expertin für Selbstfindung & Selbstführung. Jahrgang 1973, gebürtige Thüringerin.

Sie begleitet Menschen zu sich selbst - symbolisch, archetypisch und geerdet. Damit sie aus dieser Verbindung heraus ihr Leben stimmig gestalten können. Um am Ende sagen zu können: Es war mein Leben. Nicht perfekt - aber wahrhaft meines.

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