Der keltische Jahreskreis ist nicht nur eine Abfolge äußerer Feste - er ist ein Rhythmus, der Natur und Menschsein verbindet.
Ein Spiegel dafür, wo wir gerade stehen.
Manchmal leben wir innerlich Samhain, während draußen Hochsommer ist. Und manchmal beginnt in uns schon Ostara - mitten im Winter.
Lass Dich von den Fragen dieses Artikels durch den Jahreskreis leiten oder nimm Dir die eine heraus, die gerade stimmig für Dich ist.
Denn alles hat seine eigene Zeit.
Kurz erklärt
Der keltische Jahreskreis umfasst acht Jahreskreisfeste,
die den Wandel von Licht, Natur und inneren Prozessen spiegeln.
Er beginnt mit Samhain an der Schwelle zur dunklen Jahreszeit
und führt über Yule, Imbolc, Ostara, Beltane, Litha, Lughnasadh und Mabon
zurück in den Herbst - und damit wieder zu Enden und neuen Anfängen.
Samhain
Die Schwelle in die dunkle Jahreszeit - 31. Oktober / 1. November
Samhain ist die Schwelle. Die Natur zieht sich zurück, das Licht wird weniger, die Schleier zwischen den Welten werden dünner. Es ist die Zeit des Endens - nicht als Verlust, sondern als notwendiger Wandel. Was nicht mehr lebendig ist, darf jetzt gehen. Und im Loslassen entsteht Raum für das, was kommen will.
Samhain fragt Dich: Was darf jetzt sterben - damit Neues entsteht?
Yule
Das Licht kehrt zurück - Wintersonnenwende, 21. / 22. Dezember
Yule ist der dunkelste Punkt - und gleichzeitig die Wende. In der tiefsten Stille beginnt das Licht wieder zu wachsen, kaum spürbar, aber da. Es ist kein großes Erwachen, sondern ein leises Versprechen. Und genau in dieser Stille lohnt es sich zu lauschen: Wo zeigt sich ein erstes zartes Leuchten?
Yule fragt Dich: Welches Licht beginnt in mir wieder leise zu leuchten?
Imbolc
Erstes leises Erwachen - 1. / 2. Februar
Imbolc ist das erste Aufatmen nach dem Winter. Noch liegt Schnee, noch ist es kalt - aber unter der Erde regt sich etwas. Die Natur zeigt uns: Wachstum beginnt lange bevor es sichtbar ist. Es ist die Zeit der leisen Visionen, der Samen die noch keine Form haben, aber bereits spürbar sind. Was will jetzt Form annehmen - auch wenn es noch verborgen liegt.
Imbolc fragt Dich: Welche leise Vision möchte ich nähren?
Ostara
Wachstum und Neubeginn - Frühlingstagundnachtgleiche, 20. / 21. März
Ostara ist das Fest des Aufbruchs. Tag und Nacht stehen kurz in Balance - und dann gewinnt das Licht die Oberhand. Die Natur zeigt es überall: Knospen, Bewegung, Triebe die aus der Erde drängen. Was zu Imbolc noch im Verborgenen lag, will jetzt in den Boden. Die Vision wird Tat.
Ostara fragt Dich: Welche Samen möchte ich jetzt setzen?
Beltane
Das Feuerfest des Lebens – 30. April / 1. Mai
Beltane ist das Fest des Feuers, der Lebenskraft und des Aufblühens. Die Natur explodiert geradezu - alles drängt ans Licht, will sich zeigen, will leben. Diese Energie lädt uns nicht ein zu warten, bis wir fertig sind. Sie lädt uns ein, jetzt zu sein - und das Leben zu feiern, das bereits in uns pulsiert.
Beltane fragt Dich: Was darf jetzt gefeiert werden - auch ohne sichtbare Früchte?
Litha
Der höchste Punkt des Lichts - Sommersonnenwende, 20. / 21. Juni
Litha ist der Gipfel. Das Licht hat seinen höchsten Stand erreicht - und hält inne, bevor es sich wieder wendet. In dieser Fülle liegt eine besondere Einladung: innezuhalten und zu sehen, was wirklich sichtbar geworden ist. Was hast Du in die Welt gebracht? Was strahlt bereits - und verdient jetzt gewürdigt zu werden?
Litha fragt Dich: Was in mir darf jetzt strahlen?
Lughnasadh
Die erste Ernte - 1. August
Lughnasadh ist das Fest der ersten Ernte. Das Getreide wird geschnitten, die Früchte zeigen sich. Die Natur gibt zurück - und erinnert uns daran, dass Wachstum seine eigene Zeit braucht. Es ist der Moment innezuhalten und zu sehen, was aus dem geworden ist, was wir gesät haben. Nicht alles ist so gewachsen wie erhofft - und manches hat sich in eine Richtung entwickelt, die wir nicht geplant hatten.
Lughnasadh fragt Dich: Was durfte ich bereits ernten?
Mabon
Balance und Loslassen - Herbsttagundnachtgleiche, 22. / 23. September
Mabon ist das große Ausatmen. Tag und Nacht stehen noch einmal in Balance – bevor die Dunkelheit die Oberhand gewinnt. Die zweite Ernte wird eingebracht, die Natur beginnt loszulassen. Blätter fallen, das Licht wird weniger, das Jahr neigt sich seinem Ende entgegen. Es ist die Zeit innezuhalten und zu sortieren - dankbar für das, was war, und bewusst in dem, was mitgenommen wird.
Mabon fragt Dich: Was nehme ich mit – und was lasse ich zurück?
Der Jahreskreis ist ein Kompass
Der Jahreskreis ist kein Kalender. Er ist ein Kompass. Ein Tisch der Gaben, an den wir immer wieder zurückkehren dürfen.
Er ist eine Einladung, Dich immer wieder mit Dir zu verbinden - und Dich zu fragen:
Wo stehe ich gerade?

Der Jahreskreis ist kein Kalender, sondern eine Einladung, immer wieder innezuhalten und Dich zu fragen: Wo stehst Du gerade?
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