Die Sonne scheint für einen Augenblick stillzustehen: Tag und Nacht sind gleich lang, Licht und Dunkelheit halten einander im Gleichgewicht. Zwischen dem 21. und 23. September begegnet uns Mabon als Herbst-Tagundnachtgleiche und als Fest der zweiten Ernte im Jahreskreis.
Die Felder leeren sich, Obst, Nüsse und Trauben sind reif, und die Natur beginnt, ihre Kräfte zurückzuziehen. Noch einmal zeigt sich die Fülle des Jahres, bevor die dunklere Jahreshälfte beginnt. Mabon lädt uns dazu ein, dankbar auf das zu schauen, was gereift ist, und zugleich loszulassen, was wir nicht mit in die kommende Zeit nehmen möchten.
Doch welche Bedeutung hat Mabon genau? Welche Rituale, Symbole und Bräuche gehören zu diesem Fest? Und wie kannst Du Mabon heute auf Deine eigene Weise feiern? In diesem Artikel erfährst Du mehr über die Herbst-Tagundnachtgleiche, die spirituelle Bedeutung von Mabon und einfache Rituale für Balance, Dankbarkeit und Loslassen.
Worum geht es hier?
In diesem Blogartikel erfährst Du:
- welche Bedeutung Mabon im Jahreskreis hat
- wann die Herbst-Tagundnachtgleiche gefeiert wird
- warum Mabon für Balance, Ernte und Loslassen steht
- welche Symbole, Farben, Pflanzen und Bräuche mit Mabon verbunden sind
- wie Du Mabon mit einfachen Ritualen feiern kannst
- wie Du Deine persönliche Ernte würdigst und Dich auf die dunklere Jahreshälfte vorbereitest
Lesezeit: ca. 8 Minuten
Mabon: Bedeutung des Fests zur Herbst-Tagundnachtgleiche
Mabon kurz erklärt
Mabon ist das Fest der Herbst-Tagundnachtgleiche und wird meist zwischen dem 21. und 23. September gefeiert.
An diesem Wendepunkt im Jahreskreis sind Tag und Nacht annähernd gleich lang. Licht und Dunkelheit begegnen sich für einen kurzen Moment im Gleichgewicht, bevor die Nächte wieder länger werden.
Mabon steht für Ernte, Dankbarkeit, Balance, Loslassen und die bewusste Vorbereitung auf die dunklere Jahreshälfte.
Typische Symbole, Pflanzen und Früchte: Äpfel, Trauben, Nüsse, Hagebutten, Weinreben, Getreide, Kürbisse, buntes Herbstlaub und gefüllte Erntekörbe. Auch Kerzen in hellen und dunklen Farben können den Ausgleich zwischen Licht und Dunkelheit darstellen.
Farben: Gold, Kupfer, Rot, Braun, Orange und dunkles Grün
Passende Speisen: Brot, Äpfel, Kürbis, Nüsse, Trauben, Wurzelgemüse und herbstliche Suppen
Rituale: einen Erntealtar gestalten, Dankbarkeit aufschreiben, Licht und Dunkelheit mit zwei Kerzen würdigen und bewusst loslassen
Mabon lädt Dich ein, innezuhalten und Dich zu fragen:
Was ist in diesem Jahr in Deinem Leben gereift?
Wofür empfindest Du Dankbarkeit?
Was darfst Du loslassen, bevor die dunklere Jahreszeit beginnt?
Wo wünschst Du Dir mehr Balance in Deinem Leben?
Nur zweimal im Jahr wiegt sich die Waage der Zeit so vollkommen im Gleichgewicht: an Ostara im Frühling und an Mabon im Herbst. Ostara trägt die Verheißung des aufsteigenden Lichts in sich – die Knospen, die sich öffnen, und das Erwachen der Welt. Mabon hingegen kündet vom Abstieg in die Dunkelheit. Das Gleichgewicht ist hier nur ein kurzer Moment, bevor die Nacht zunehmend die Oberhand gewinnt.
Poetisch betrachtet ist Mabon ein stiller Moment zwischen Fülle und Rückzug. Die Erde schenkt uns noch einmal ihre reifen Früchte, während sie sich zugleich auf Ruhe, Dunkelheit und Wandlung vorbereitet.
Mabon ist das Fest der zweiten Ernte, der Dankbarkeit und des Gleichgewichts. Es bildet den Übergang von der Fülle des Sommers in die stillere und dunklere Zeit des Jahres.

Mabon - ein Moment der Balance zwischen Licht und Dunkelheit.
Ursprung und Geschichte von Mabon
Mabon wird heute vor allem im modernen Jahreskreis gefeiert. Die Herbst-Tagundnachtgleiche selbst ist ein astronomisches Naturereignis, das Menschen seit Jahrtausenden beobachten.
Sie markiert den Übergang vom Sommer in den Herbst und gab Orientierung für Aussaat, Ernte und den Wechsel der Jahreszeiten. Auch für die keltischen Kulturen dürfte dieser Wendepunkt im Jahreslauf von Bedeutung gewesen sein.
Historisch ist jedoch nicht eindeutig belegt, dass die Kelten die Herbst-Tagundnachtgleiche als eigenständiges Fest feierten oder dafür den Namen Mabon verwendeten. Anders als Samhain, Imbolc, Beltane und Lughnasadh ist Mabon nicht als klassisches keltisches Jahreskreisfest überliefert.
Die Bezeichnung Mabon wurde erst in neuerer Zeit in den modernen Jahreskreis aufgenommen. Dadurch erhielt die Herbst-Tagundnachtgleiche einen festen Platz zwischen Lughnasadh und Samhain und wurde als Fest der Ernte, der Balance und des Übergangs sichtbar.
Der Name wird mit Mabon ap Modron verbunden, einer Gestalt aus der walisischen Mythologie. Dabei ist wichtig zu unterscheiden: Die mythologische Figur ist alt, die Verwendung ihres Namens für das Fest der Herbst-Tagundnachtgleiche dagegen modern.
Wenn wir heute Mabon feiern, knüpfen wir deshalb an ein uraltes Naturereignis und an die Bedeutung von Ernte, Wandel und Jahreszeiten an - auch wenn das Fest in seiner heutigen Form nicht direkt aus einer eindeutig belegten keltischen Tradition stammt.
Lugnasadh, Mabon, Samhain: Die drei Erntefeste im Jahreskreis

Zwischen Sichtbarkeit und Rückzug - wie Mabon an der Schwelle zur dunkleren Jahreszeit.
Im modernen Jahreskreis bettet sich Mabon in eine Folge von drei Erntefesten ein: Lugnasadh, Mabon und Samhain. Jedes dieser Feste steht für eine andere Phase der Ernte und führt uns ein Stück weiter vom Licht des Sommers in die dunklere Jahreshälfte.
An Lugnasadh, dem ersten Erntefest Anfang August, beginnt die Erntezeit. Das erste Korn wird eingebracht, die Felder stehen in ihrer Fülle, und sichtbar wird, was aus den Samen des Jahres gewachsen ist. Lugnasadh lädt uns dazu ein, die ersten Früchte zu würdigen und dankbar wahrzunehmen, was bereits gereift ist.
An Mabon erreicht die Ernte ihren Höhepunkt. Obst, Nüsse, Trauben und die reiche Fülle der Erde liegen vor uns. Es ist eine Zeit, um innezuhalten, das Gereifte bewusst wahrzunehmen und zu würdigen, was wachsen, sich entfalten oder vollenden durfte.
Doch Mabon ist mehr als ein Erntefest. Es ist auch ein Schwellenfest. Die Tage werden kürzer, die Dunkelheit gewinnt an Gewicht, und die Natur beginnt, sich zurückzuziehen. Wir spüren bereits die Nähe von Samhain, dem Fest, das den Übergang in die dunkle Jahreshälfte markiert.
Was wir bis dahin nicht mehr tragen möchten, dürfen wir schon jetzt loslassen. Mabon ist das Tor, durch das wir bewusst schreiten - mit gefüllten Körben in den Händen und mit der Klarheit, dass alles im Wandel ist.
Zu Samhain endet schließlich die Erntezeit. Die letzten Vorräte werden eingebracht, die Felder werden still, und die Natur zieht sich immer weiter zurück. Im Jahreskreis steht Samhain für Abschied, Vergänglichkeit, Erinnerung und den Beginn der dunklen Zeit.
Während Lugnasadh die erste Ernte würdigt und Mabon für Fülle, Dankbarkeit und Balance steht, führt Samhain uns tiefer in das Loslassen. Gemeinsam erzählen die drei Feste von einem natürlichen Kreislauf: vom Reifen, Ernten und Bewahren - aber auch vom Abschiednehmen und Vertrauen darauf, dass aus der Dunkelheit neues Leben entsteht.
Die spirituelle Bedeutung von Mabon

Dankbarkeit für die Früchte des Jahres - für die äußere und innere Ernte.
Mabon lädt uns dazu ein, für einen Moment innezuhalten. Zwischen Licht und Dunkelheit, Fülle und Rückzug, Ernte und Loslassen entsteht ein kurzer Augenblick des Gleichgewichts.
Dabei geht es nicht nur um die sichtbare Ernte der Natur. Mabon erinnert uns auch an unsere innere Ernte: an Erfahrungen, Erkenntnisse, Begegnungen und Entwicklungen, die im Laufe des Jahres gereift sind.
Es ist ein Moment, den wir ganz bewusst nutzen dürfen für:
Balance - Halte inne zwischen Licht und Dunkelheit und finde Deinen eigenen Mittelpunkt.
Dankbarkeit - Würdige Deine Ernte, innen wie außen.
Loslassen - Erkenne, was sich vollendet hat und nicht länger mit Dir weitergehen muss.
Vorbereitung - Sammle Deine inneren Vorräte für die stillere und dunklere Zeit des Jahres.
Die Herbst-Tagundnachtgleiche zeigt uns, dass Gleichgewicht kein dauerhafter Zustand ist. Schon kurz darauf werden die Nächte länger. Vielleicht liegt genau darin die Einladung von Mabon: Balance nicht als etwas Festes zu verstehen, sondern als ein immer neues Ausrichten.
Symbole, Farben und Pflanzen zu Mabon

Fallende Blätter erinnern an Wandel, Loslassen und den Übergang in die dunklere Jahreszeit.
Viele Symbole von Mabon stammen aus der herbstlichen Natur und der Erntezeit. Sie erinnern an Fülle, Reife, Dankbarkeit und den beginnenden Rückzug der Erde.
Typische Symbole für Mabon sind:
Äpfel als Zeichen für Fülle, Erkenntnis und die reife Ernte
Trauben und Wein als Symbole für Genuss, Wandlung und Gemeinschaft
Korn und Ähren als Zeichen für Nahrung, Reife und Dankbarkeit
Nüsse, Eicheln und Kastanien als Sinnbilder für Vorrat, Schutz und verborgenes Potenzial
Herbstlaub als Zeichen für Wandel, Vergänglichkeit und Loslassen
Gefüllte Körbe als Ausdruck der äußeren und inneren Ernte
Waagen, zwei Kerzen oder helle und dunkle Gegenstände als Symbole für Balance
Zu Mabon passen besonders warme Erdfarben wie Gold, Kupfer, Rot, Braun, Orange und dunkles Grün.
Auch Pflanzen und Früchte wie Äpfel, Weinreben, Eiche, Hasel, Sonnenblumen, Hagebutten und Getreide lassen sich gut in einen Erntealtar oder ein Ritual einbinden.
Mabon-Rituale: 5 Ideen für Dankbarkeit und Balance
Du brauchst kein aufwendiges Ritual, um Mabon zu feiern. Oft reichen ein bewusster Moment, einige Gaben der Natur und die Bereitschaft, nach innen zu lauschen.
1. Einen Mabon-Altar gestalten
Lege Dir einen kleinen Erntealtar mit Äpfeln, Nüssen, Trauben, Getreide, Herbstblättern oder Kerzen an.
Wähle dabei Dinge, die für Dich persönlich Fülle und Dankbarkeit ausdrücken. Dein Altar darf Dich daran erinnern, was in Deinem Leben gereift ist und was Dich durch die kommende Zeit tragen wird.
2. Licht und Dunkelheit würdigen
Entzünde zwei Kerzen: eine helle Kerze für das Licht und eine dunkle Kerze für die Nacht.
Nimm Dir einen Moment Zeit und betrachte beide Flammen. Frage Dich:
- Wo zeigt sich gerade Licht und Leichtigkeit in meinem Leben?
- Welcher Teil von mir braucht Ruhe oder Rückzug?
- Was hilft mir, zwischen beidem meinen eigenen Rhythmus zu finden?
3. Deine persönliche Ernte betrachten
Schreibe auf, was in diesem Jahr in Deinem Leben gereift ist.
Das können sichtbare Erfolge sein, aber auch leise Veränderungen: eine wichtige Erkenntnis, eine Grenze, die Du gesetzt hast, eine Entscheidung oder eine neue Verbindung zu Dir selbst.
Du kannst Dir dazu folgende Fragen stellen:
Welche Entwicklung erkenne ich erst jetzt als meine Ernte?
Was habe ich selbst dazu beigetragen?
Welche Herausforderung hat mich wachsen lassen?
Was möchte ich bewusst würdigen oder feiern?
4. Ein Loslass-Ritual durchführen
Schreibe auf einen Zettel, was Du nicht mit in die dunklere Jahreshälfte nehmen möchtest.
Vielleicht ist es eine alte Erwartung, eine Gewohnheit, ein Gedanke oder eine Sorge.
Zerreiße den Zettel anschließend, vergrabe ihn in der Erde oder verbrenne ihn achtsam in einer feuerfesten Schale. Spüre dabei, dass Loslassen nicht bedeutet, etwas abzulehnen. Es bedeutet, anzuerkennen, dass etwas seinen Platz und seine Zeit hatte.
5. In der Natur Vorräte für die Seele sammeln

Wie das Eichhörnchen sammeln wir, was uns in der kommenden Zeit stärkt.
Gehe bewusst durch die herbstliche Natur. Sammle Blätter, Früchte, Federn, Kastanien oder kleine Zweige - immer achtsam und nur dort, wo es erlaubt ist.
Frage Dich dabei nicht nur, welche äußeren Vorräte die Natur sammelt, sondern auch:
- Welche Menschen, Orte und Gewohnheiten geben mir Halt?
- Was schenkt mir Kraft, wenn es im Außen stiller wird?
- Was möchte ich bewahren und mit in die kommende Zeit nehmen?
Mabon feiern: Ernte, Loslassen und innere Fülle
So führt uns Mabon hinein in den Herbst: mit vollem Herzen, gefüllten Körben und der Gewissheit, dass wir Teil eines größeren Kreislaufs sind.
Mabon erinnert uns daran, unsere Ernte zu würdigen, ohne sie festhalten zu müssen. Denn während wir dankbar betrachten, was gewachsen ist, beginnt bereits die Zeit des Rückzugs.
Das Leben bewegt sich immer zwischen Hell und Dunkel, Werden und Vergehen, Fülle und Leere. Mabon lädt uns dazu ein, diesen Wandel nicht nur zu beobachten, sondern ihm bewusst zu begegnen und wahrzunehmen, was geht - was ist - was kommt.
Häufige Fragen zu Mabon
Wann wird Mabon gefeiert?
Mabon wird zur Herbst-Tagundnachtgleiche gefeiert, meist zwischen dem 21. und 23. September. Das genaue Datum kann sich von Jahr zu Jahr leicht verschieben.
Was feiert man an Mabon?
Mabon ist ein Fest der Ernte, der Dankbarkeit und des Gleichgewichts. Es markiert den Übergang vom Sommer in den Herbst und bereitet auf die dunklere Jahreshälfte vor.
Ist Mabon ein keltisches Fest?
Die Herbst-Tagundnachtgleiche dürfte auch für keltische Kulturen von Bedeutung gewesen sein. Historisch ist jedoch nicht eindeutig belegt, dass sie unter dem Namen Mabon als eigenständiges Fest gefeiert wurde. Die Bezeichnung Mabon für dieses Jahreskreisfest ist modern.
Welche Rituale passen zu Mabon?
Zu Mabon passen Rituale für Dankbarkeit, Balance und Loslassen. Du kannst einen Erntealtar gestalten, zwei Kerzen für Licht und Dunkelheit entzünden, Deine persönliche Ernte aufschreiben oder bewusst Zeit in der Natur verbringen.
Welche Symbole gehören zu Mabon?
Typische Symbole sind Äpfel, Trauben, Nüsse, Getreide, Herbstlaub, Erntekörbe und Kerzen. Sie stehen für Fülle, Reife, Wandel und das Gleichgewicht zwischen Licht und Dunkelheit.
Was isst man an Mabon?
Zu Mabon passen saisonale Speisen mit Äpfeln, Kürbis, Nüssen, Trauben, Getreide und Wurzelgemüse. Auch Brot, Apfelkuchen, Suppen und andere herbstliche Gerichte können Teil des Festes sein.
Vielleicht zeigt Dir Mabon gerade, was in Deinem Leben gereift ist - oder was Du nicht länger mit Dir tragen möchtest. Vielleicht wünschst Du Dir mehr Klarheit darüber, was bleiben darf, was gehen möchte und was sich neu entfalten will.
Wenn Du spürst, dass Du Dich in dieser Zeit tiefer mit Dir selbst verbinden möchtest, begleite ich Dich gern in einer AKASHA Seelenreise. Gemeinsam öffnen wir einen Raum für Vertrauen, Klarheit und Rückverbindung.
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