Das Gute im Schlechten: Wie dient mir das jetzt?

von Jana Engel // in Selbst & Selbstführung // 26. September 2026

Aktualisiert: 28. September 2026

Das Leben wirft einem ja manchmal Herausforderungen hin, die man nicht bestellt hat. Letztens hat es mir wieder eine vor die Füße gelegt.

Und mir ist aufgefallen: Früher hätte mich dieses Thema glatt aus der Bahn geworfen. Gerade wenn es ums Existenzielle ging, also Finanzen, Job, hat mich das oft gelähmt und mir sogar die Lebensfreude geraubt. Irgendwann habe ich gelernt, anders damit umzugehen. Und inzwischen kann ich mich sogar fragen: Wie dient mir das jetzt? Was ist das Gute im Schlechten?

💫  Manchmal wirft uns das Leben Dinge vor die Füße, die wir nicht bestellt haben. Und manchmal steckt genau darin etwas, das wir brauchen.

Ein Essay über das Gute im Schlechten, über Arschengel-Situationen und die Frage, die etwas verändern kann: Wie dient mir das jetzt?

Lesezeit: ca. 8 Minuten


Wenn das Leben Dir Zitronen gibt

Wie heißt es so schön: "Wenn das Leben Dir Zitronen gibt, mach Limonade daraus." Leichter gesagt als getan.

Wir alle kennen sie, diese Themen, die uns begegnen und durchaus überfordern können: Finanzamt, Verkehrsdelikt, Konflikt, Klage, Fehlannahmen bei Entscheidungen, die zu Konsequenzen führen. Manchmal ist es aber auch einfach etwas Unschönes, eine Absage, eine Enttäuschung, ein Umweg, den man sich nicht ausgesucht hat.

Oft wünschen wir uns etwas anderes - nämlich nicht gerade dieses Problem. Aber vielleicht gibt es ja wirklich etwas Gutes darin zu finden. 

Und, ja, es kann sein, dass Du die Frage nach dem: Wie dient mir das? nicht sofort stellen kannst. Manchmal braucht es noch ein paar Schritte vorher, um Dich zu regulieren und eine gewisse Distanz zu entwickeln. Darüber schreibe ich noch einmal gesondert.

Warum belasten uns manche Themen ganz besonders?

Themen, die uns Schwierigkeiten bereiten, docken oft genau da an, wo uns Bewältigungsstrategien fehlen. Oft sind wir familiär vorgeprägt, zum Beispiel darin, unangenehme Dinge zu vermeiden oder zu verdrängen und in den Flucht- oder Todstellmodus zu gehen. Deshalb helfen Ratschläge von außen oft auch nicht, so nach dem Motto: Warum ist das denn ein Thema für Dich? Du musst doch nur XYZ machen? Da werden Ratschläge schnell zu Schlägen, denn wer das nicht kennt, versteht nicht, warum eine bestimmte Angelegenheit für Dich eine echte Herausforderung sein kann.

Was mich letztens wieder eingeholt hat

Auch mich hat letztens wieder eine finanzielle Angelegenheit eingeholt, die bereits wie ein Damoklesschwert über mir schwebte. Ich hatte mich aber die ganze Zeit darum herumgedrückt, richtig hinzuschauen. Das ist ein bekanntes Thema bei mir: Bei manchen Dingen will ich einfach nicht so genau hinsehen. Und jetzt war ich gezwungen, mich ganz genau damit zu beschäftigen: den Zahlen, den Kosten, gewissen unschönen Details. Ich habe endlich Pläne gemacht und Dinge angepackt, die ich sonst noch lange vor mir hergeschoben hätte.

Wie dient mir das?

Mit etwas Distanz konnte ich dieses Mal auch wirklich etwas Positives in der Situation entdecken. Es war unangenehm, keine Frage. Aber das Gute darin: Es hat mich dazu gebracht, hinzuschauen, mir Gedanken zu machen und Lösungen zu entwickeln. Und das ist letztendlich befreiend.

Robert Betz spricht von den "Arschengeln", also Menschen, die so kleine Knöpfchendrücker sind, aber letztendlich etwas Positives bewirken. Das kann man von diesen Situationen auch sagen. Es sind sozusagen "Arschengel-Situationen". Sie lassen Dich aufräumen, was liegengeblieben ist. Sie zwingen Dich, für Dich einzutreten, wo Du es sonst nicht getan hättest. Sie bringen Dich dazu, endlich etwas zu verändern. Und irgendwann fällt der Arsch ab, und der Engel bleibt übrig. Nicht bestellt, unangenehm, aber es hat Dir gedient.

Das Gute im Schlechten

Im Leben werden Dir immer wieder Herausforderungen begegnen. Manche sind einfach zu bewältigen. Durch manche darfst Du Dich immer wieder weiterentwickeln. Dabei ist es wichtig, gnädig mit Dir zu sein - mit Deinen Entscheidungen oder vielleicht auch Deinen Schwierigkeiten, mit etwas umzugehen.

Entscheidungen kannst Du immer nur als der Mensch treffen, der Du in einem Moment gerade bist: mit dem Wissen, dem Reifegrad und der Erfahrung, die Du gerade hast. 

Und beim nächsten Mal, darfst Du es dann anders machen auf Basis dessen, was Du gelernt hast.

Vielleicht fragst Du Dich dann irgendwann auch: Wie dient mir das? Genau jetzt?

P.S.: Eines ist mir hier wichtig anzumerken: Beim Guten im Schlechten und bei der Frage: Wie dient mir das jetzt, geht es nicht um Themen, die wirklich schädlich für Dich sind. Aus bestimmten Situationen darfst Du Dich einfach herausbegeben. Denn manchmal ist eine Situation so schädlich, dass die Suche nach dem Guten selbst zur Vermeidung wird, nämlich zu vermeiden, den notwendigen Schritt zu gehen: Dich daraus zu entfernen.

Wenn Du spürst, dass Du gerade mehr Verbindung zu Dir brauchst, mehr Regulierung und Balance, und einmal in Ruhe hinschauen möchtest, was bei Dir gerade wirklich dran ist: Dann lade ich Dich herzlich ein, mit mir auf Seelenreise in Deine AKASHA zu gehen. Gemeinsam öffnen wir einen Raum für Vertrauen. Für Klarheit. Für Rückverbindung.

Häufige Fragen zum Guten im Schlechten

Wie gehe ich mit schwierigen Situationen um?

Bevor Du Dich fragen kannst, ob eine schwierige Situation für Dich vielleicht sogar etwas Positives beinhaltet, brauchst Du erst einmal Distanz. Solange Du emotional mittendrin steckst, blockiert und belastet bist, ist das kaum möglich - dazu schreibe ich noch gesondert. Aber sobald ein bisschen Abstand da ist, kann eine Frage etwas verändern: Wie dient mir das jetzt?

Was sind Arschengel-Situationen?

Robert Betz spricht von 'Arschengeln' – Menschen, die wie kleine Knöpfchendrücker wirken, aber letztendlich etwas Positives bewirken. Genauso kann man auch bestimmte Situationen sehen: Sie sind unangenehm, nicht bestellt, aber sie zwingen Dich, hinzuschauen, aufzuräumen oder endlich für Dich einzutreten. Irgendwann fällt der Arsch ab, und der Engel bleibt übrig."

Muss ich mich sofort fragen, wie mir eine schwierige Situation dient?

"Nein. Wenn Du noch mittendrin steckst und emotional blockiert bist, wird Dir diese Frage vermutlich nicht helfen - dann kann sie sogar zynisch wirken, statt zu unterstützen. Erst wenn Du etwas Distanz gewonnen hast, kann sich die Frage wirklich bewähren.

Heißt "das Gute im Schlechten", dass ich jede schwierige Situation akzeptieren muss?

Nein. Es geht nicht darum, schädliche Situationen schönzureden. Manchmal wird die Suche nach dem Guten selbst zur Vermeidung – nämlich zu vermeiden, den notwendigen Schritt zu gehen: Dich aus der Situation zu entfernen. Bei echtem Schaden darfst Du gehen, statt nach dem Sinn zu suchen.

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Weitere Impulse zu Selbstführung & Balancierung im Alltag findest Du auf meiner Themenfelder-Seite.

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Bildquelle:

Titelbild (Zitronen auf Holztisch): Foto von Kateryna Hliznitsova für Unsplash+  kreativ bearbeitet mit Unterstützung von KI (Claude. ai und ChatGPT)

Über den Autor

Jana Engel ist AKASHA Guide und Expertin für Selbstfindung & Selbstführung. Jahrgang 1973, gebürtige Thüringerin.

Sie begleitet Menschen zu sich selbst - symbolisch, archetypisch und geerdet. Damit sie aus dieser Verbindung heraus ihr Leben stimmig gestalten können. Um am Ende sagen zu können: Es war mein Leben. Nicht perfekt - aber wahrhaft meines.

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