Ich weiß nicht, was ich will – warum das okay ist (und was hilft)

von Jana Engel // in Selbst & Selbstführung // 9. November 2025

Aktualisiert: 25. April 2026

Kennst Du das Gefühl, dass alle anderen ganz genau zu wissen scheinen, was sie wollen - nur Du nicht?

Das ist ein Trugschluss.
Viele Menschen zeigen es nicht gern, wenn sie gerade irgendwie unsicher oder verloren sind oder feststecken. Wir sind darauf konditioniert, immer ein Ziel zu haben, Pläne zu machen, Entscheidungen zu treffen.

Die Wahrheit ist: Fast jede:r ist irgendwann an dem Punkt, nicht zu wissen, was er oder sie will.

Das ist normal. Es ist menschlich. Es ist das Leben.
Vielleicht ist es sogar: heilsam.
Aber durchaus schwierig auszuhalten - weil wir es uns oft nicht erlauben. Weil wir glauben, dass das irgendwie falsch ist.  Es ist so unproduktiv, planlos,  unkontrollierbar.

Dabei ist genau dieser Zwischenraum, diese Leere, dieses Nicht-Wissen - genau das, in dem Wunder passieren. Also lass uns gemeinsam diesen Raum erkunden und uns in ihn hinein entspannen.

🔎 Worum geht es hier?
„Ich weiß nicht, was ich will" ist ein Zustand, den fast jeder kennt – oft in Übergängen, an Weggabelungen oder nach Verlusten. Er fühlt sich unangenehm an, ist aber kein Versagen. In diesem Artikel erfährst Du:

  • warum Nicht-Wissen manchmal heilsam ist
  • wie Du den Unterschied zwischen „warten" und „handeln" spürst
  • drei Impulse, die Dir Orientierung geben können
  • eine Mini-Übung mit Bodenankern für mehr Klarheit

🕯️ Lesezeit: ca. 8 Minuten


Wann dieses Nicht-Wissen üblicherweise auftaucht

Es gibt bestimmte Lebensphasen, in denen uns dieses innere „Ich weiß einfach nicht, was ich will“ besonders oft begegnet:

  • In Krisen - wenn etwas wegbricht - ein Job, eine Beziehung, ein Lebensentwurf - und alles in Frage stellt
  • An Weggabelungen - wenn eine Entscheidung ansteht, aber die innere Richtung fehlt.
  • In Übergängen - wenn Altes nicht mehr trägt, aber das Neue noch nicht greifbar ist.

Dann entsteht dieser Schwebezustand.
Und dann kommt die Frage: Warten - oder handeln?

Nicht immer tun - aber auch nicht immer nichts tun

Dieser Schwebezustand, wenn wir nicht wissen, was wir wollen, macht uns oft Druck. Er ist unangenehm, weil er uns so auf uns selbst und ein Gefühl der Hilflosigkeit und des Kontrollverlusts zurückwirft. 
Als würde uns unser Leben entgleiten, wenn gerade mal nichts Sinn macht.
Dabei ist doch genau dieser Zustand auch Teil des Lebens.

Was hilft: Sich den Raum dazwischen erlauben.
Spüre hinein, ob es gerade etwas zu tun gibt oder nicht.
Warten ist manchmal genau das richtige - und einfach nichts tun.

Und manchmal klären sich Dinge erst im Gehen.
Dann braucht es eine kleine Bewegung, ein vorsichtiges Ausprobieren - ohne gleich alles entscheiden zu müssen.

Sonnenlicht auf einem ruhigen Waldweg - ein Bild für erste Schritte, wenn ich nicht weiß, was ich will

Manchmal braucht es einen ersten kleinen Schritt, um Klarheit zu gewinnen

Du darfst spüren:
🔸 Erzwinge ich gerade eine Entscheidung, nur damit etwas passiert?
🔸 Oder ist da ein leiser Impuls, den ich mal antesten möchte?

Im Leben kannst Du so oder so kaum etwas falsch machen.
Egal was Du tust - oder eben nicht tust.
Du kannst nur Erfahrungen sammeln.

🔎 Wenn Du merkst, dass Du Dich in solchen Phasen selbst halten möchtest, findest Du hier vier Werkzeuge zur Selbstführung, die genau dafür gedacht sind - bei Dir zu bleiben und stimmige Entscheidungen zu treffen (die auch heißen können: erst einmal nichts tun)
→ Werkzeuge zur Selbstführung

Drei Impulse, die helfen können:

  1. Vertagen – bewusst und klar:
    Wenn Du spürst, dass jetzt nicht der Moment für eine Entscheidung ist, leg das Thema beiseite.
    Setz Dir z. B. einen Wiedervorlage-Termin in ein paar Wochen.
    Verabrede Dich für dann mit der Entscheidung und lass es erst mal los.
    (Das mache ich übrigens aktuell auch in Bezug auf ein Business-Thema.)
  2. Was willst Du nicht?
    Auch das bringt Klarheit. Wenn Du nicht weißt, was Du willst, weißt Du vielleicht zumindest, was Du nicht willst. Das ist ein Anfang.
  3. Antesten statt festlegen:
    Nicht jede Entscheidung muss „für immer“ sein. Ob Umzug, neuer Sport oder beruflicher Wechsel - Du kannst ausprobieren, wie es sich anfühlt. Und dann weiterschauen.

Aus meinem Alltag: Wie ich damit umgehe

Ich kenne diese Phasen, die ich oft als "Zwischen Baum und Borke" bezeichne, sehr gut. Inzwischen habe ich mich ehrlich gesagt damit angefreundet - weil ich sie bewusst wahrnehme und als etwas akzeptiere, was dazu gehört.
In meinem Business gibt es oft Momente, wo ich das Gefühl habe: „Ich weiß gar nicht, wie es weitergehen soll.“
Inzwischen kremple ich nicht mehr alles sofort um: wie ich es früher oft getan habe. Sondern ich halte diesen Zustand aus. Ich vertage die Entscheidung bewusst.
Aktuell habe ich mir für ein Thema zum Beispiel einen Checkpoint in ungefähr 5 Monaten gesetzt - bevor ich eventuell etwas ändere.

Das nimmt Druck raus – und gibt Raum, damit sich etwas entwickeln kann.

Bei anderen Themen, wie z. B. neuen Angeboten oder Projekten, probiere ich oft einfach etwas aus. Ich teste es.
Und manchmal zeigt sich dann schnell: Das war’s - oder auch nicht.

Ich werde dadurch grundsätzlich flexibler und schwinge mehr mit den Dingen. Wenn Du und ich den Widerstand gegen etwas aufgeben - wird es wirklich leicht. Den Druck machen wir uns letztendlch nämlich selbst.

Mini-Übung: Finde Klarheit mit Bodenankern

Hier eine kleine Übung für Dich. Unser Körper ist ja oft schlauer als unser Kopf: Deshalb ist es hilfreich, die Gedanken nicht weiter zu denken - sondern sie körperlich zu spüren.

🌀 So geht’s:

  1. Schnapp Dir 2–3 Zettel (oder so viele Du brauchst). Schreib je eine Option oder Entscheidungsmöglichkeit darauf. Das kann so etwas sein z. B.:
    • „Ich kündige meinen Job“ | „Ich bleibe noch ein Jahr“ | „Ich weiß es nicht“
    • "Handeln" | "Abwarten"
    • "Ich gehe einen kleinen Schritt" | "Ich mache erst mal nichts" | "Ich vertage das Thema 2 Monate"
  2. Leg die Zettel mit Abstand auf den Boden. So, dass Du Dich einzeln draufstellen kannst.
  3. Stell Dich nacheinander auf jeden Zettel.
    • Spür in Deinen Körper: Wackelst Du? Fühlst Du Dich ruhig? Weit? Eng?
    • Lass die Gedanken kurz außen vor. Nur spüren.
  4. Wähle den Zettel aus, den Du als am Stimmigsten empfunden hast.
  5. Decke auf, was auf dem Zettel steht.
  6. Vielleicht entspricht der Zettel Deiner gefühlten Entscheidung. Oder Du hast intuitiv eine andere Wahl getroffen. Oder es ist Dir ist eine völlig neue Möglichkeit eingefallen.

🌀 Diese Übung hilft Dir, raus aus der Gedankenspirale zu kommen - und rein ins Gefühl, Deinen Körper, Deine Intuition. Sie schafft Raum für die Körperweisheit.
Manchmal spürst Du auf einem Zettel sofort: Ja, das ist es.
Und manchmal weißt Du plötzlich, was Du nicht mehr willst.

Probiere es aus und lass Dich überraschen.

Ein Raum zum Spüren - ein Raum zum Sein

Eine leere Bank im Sonnenuntergang - Raum zum Innehalten, wenn ich nicht weiß, was ich will

Raum zum Spüren. Raum zum Sein. Du musst es nicht sofort wissen

Für ein Leben im Einklang mit Dir

Wenn Du Dich tiefer mit Dir verbinden und Deiner inneren Führung vertrauen möchtest, begleite ich Dich gern in einer AKASHA Seelenreise. Auf Wunsch lasse ich auch Impulse aus Deinem Human Design einfließen.

🔎 Weiterlesen
Wenn Du Lust hast, Dir gezielte Fragen zu stellen, die Dich wieder in Verbindung mit Dir bringen:
📌 Im Blogartikel Gedanken sortieren: 5 Fragen, die Dir Klarheit schenken findest Du  Impulse für Deine innere Klärung

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Bildquelle:

Titelbild (Sonnenaufgang über Berghängen): Foto von  Ales Krivec für Unsplash+
Sonnenlicht auf einem Waldweg: Foto von  Ales Krivec für Unsplash+
Silhouette einer Bank vor weitem Himmel: Foto von Jan Huber auf 
Unsplash 

Über den Autor

Jana Engel ist AKASHA Guide und Expertin für Selbstfindung & Selbstführung. Jahrgang 1973, gebürtige Thüringerin.

Sie begleitet Menschen zu sich selbst - symbolisch, archetypisch und geerdet. Damit sie aus dieser Verbindung heraus ihr Leben stimmig gestalten können. Um am Ende sagen zu können: Es war mein Leben. Nicht perfekt - aber wahrhaft meines.

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