Kennst Du das Gefühl, dass alle anderen ganz genau zu wissen scheinen, was sie wollen - nur Du nicht?
Das ist ein Trugschluss.
Viele Menschen zeigen es nicht gern, wenn sie gerade irgendwie unsicher oder verloren sind oder feststecken. Wir sind darauf konditioniert, immer ein Ziel zu haben, Pläne zu machen, Entscheidungen zu treffen.
Die Wahrheit ist: Fast jede:r ist irgendwann an dem Punkt, nicht zu wissen, was er oder sie will.
Das ist normal. Es ist menschlich. Es ist das Leben.
Vielleicht ist es sogar: heilsam.
Aber durchaus schwierig auszuhalten - weil wir es uns oft nicht erlauben. Weil wir glauben, dass das irgendwie falsch ist. Es ist so unproduktiv, planlos, unkontrollierbar.
Dabei ist genau dieser Zwischenraum, diese Leere, dieses Nicht-Wissen - genau das, in dem Wunder passieren. Also lass uns gemeinsam diesen Raum erkunden und uns in ihn hinein entspannen.
Darum geht’s in diesem Artikel:
Du weißt gerade nicht, was Du willst? Fühlst Dich orientierungslos, festgefahren oder unklar?
Dann bist Du hier genau richtig.
Ich zeige Dir, warum dieser Zustand menschlich - ja sogar heilsam - sein kann, und wie Du wieder in Verbindung mit Deinem inneren Kompass kommst.
Mit Impulsen, einer Übung zum Ausprobieren und ganz viel Raum für Dich.
Wann dieses Nicht-Wissen üblicherweise auftaucht
Es gibt bestimmte Lebensphasen, in denen uns dieses innere „Ich weiß einfach nicht, was ich will“ besonders oft begegnet:
- In Krisen - wenn etwas wegbricht - ein Job, eine Beziehung, ein Lebensentwurf - und alles in Frage stellt
- An Weggabelungen - wenn eine Entscheidung ansteht, aber die innere Richtung fehlt.
- In Übergängen - wenn Altes nicht mehr trägt, aber das Neue noch nicht greifbar ist.
Dann entsteht dieser Schwebezustand.
Und dann kommt die Frage: Warten - oder handeln?
Nicht immer tun - aber auch nicht immer nichts tun
Dieser Schwebezustand, wenn wir nicht wissen, was wir wollen, macht uns oft Druck. Er ist unangenehm, weil er uns so auf uns selbst und ein Gefühl der Hilflosigkeit und des Kontrollverlusts zurückwirft.
Als würde uns unser Leben entgleiten, wenn gerade mal nichts Sinn macht.
Dabei ist doch genau dieser Zustand auch Teil des Lebens.
Was hilft: Sich den Raum dazwischen erlauben.
Spüre hinein, ob es gerade etwas zu tun gibt oder nicht.
Warten ist manchmal genau das richtige - und einfach nichts tun.
Und manchmal klären sich Dinge erst im Gehen.
Dann braucht es eine kleine Bewegung, ein vorsichtiges Ausprobieren - ohne gleich alles entscheiden zu müssen.

Manchmal braucht es einen ersten kleinen Schritt, um Klarheit zu gewinnen
Du darfst spüren: Erzwinge ich gerade eine Entscheidung, nur damit etwas passiert?
Oder ist da ein leiser Impuls, den ich mal antesten möchte?
Im Leben kannst Du so oder so kaum etwas falsch machen.
Egal was Du tust - oder eben nicht tust.
Du kannst nur Erfahrungen sammeln.
Wenn Du merkst, dass Du Dich in solchen Phasen selbst halten möchtest, findest Du hier vier Werkzeuge zur Selbstführung, die genau dafür gedacht sind - bei Dir zu bleiben und stimmige Entscheidungen zu treffen (die auch heißen können: erst einmal nichts tun)
→ Werkzeuge zur Selbstführung
Drei Impulse, die helfen können:
- Vertagen – bewusst und klar:
Wenn Du spürst, dass jetzt nicht der Moment für eine Entscheidung ist, leg das Thema beiseite.
Setz Dir z. B. einen Wiedervorlage-Termin in ein paar Wochen.
Verabrede Dich für dann mit der Entscheidung und lass es erst mal los.
(Das mache ich übrigens aktuell auch in Bezug auf ein Business-Thema.) - Was willst Du nicht?
Auch das bringt Klarheit. Wenn Du nicht weißt, was Du willst, weißt Du vielleicht zumindest, was Du nicht willst. Das ist ein Anfang. - Antesten statt festlegen:
Nicht jede Entscheidung muss „für immer“ sein. Ob Umzug, neuer Sport oder beruflicher Wechsel - Du kannst ausprobieren, wie es sich anfühlt. Und dann weiterschauen.
Aus meinem Alltag: Wie ich damit umgehe
Ich kenne diese Phasen, die ich oft als "Zwischen Baum und Borke" bezeichne, sehr gut. Inzwischen habe ich mich ehrlich gesagt damit angefreundet - weil ich sie bewusst wahrnehme und als etwas akzeptiere, was dazu gehört.
In meinem Business gibt es oft Momente, wo ich das Gefühl habe: „Ich weiß gar nicht, wie es weitergehen soll.“
Inzwischen kremple ich nicht mehr alles sofort um: wie ich es früher oft getan habe. Sondern ich halte diesen Zustand aus. Ich vertage die Entscheidung bewusst.
Aktuell habe ich mir für ein Thema zum Beispiel einen Checkpoint in ungefähr 5 Monaten gesetzt - bevor ich eventuell etwas ändere.
Das nimmt Druck raus – und gibt Raum, damit sich etwas entwickeln kann.
Bei anderen Themen, wie z. B. neuen Angeboten oder Projekten, probiere ich oft einfach etwas aus. Ich teste es.
Und manchmal zeigt sich dann schnell: Das war’s - oder auch nicht.
Ich werde dadurch grundsätzlich flexibler und schwinge mehr mit den Dingen. Wenn Du und ich den Widerstand gegen etwas aufgeben - wird es wirklich leicht. Den Druck machen wir uns letztendlch nämlich selbst.
Mini-Übung: Finde Klarheit mit Bodenankern
Hier eine kleine Übung für Dich. Unser Körper ist ja oft schlauer als unser Kopf: Deshalb ist es hilfreich, die Gedanken nicht weiter zu denken - sondern sie körperlich zu spüren.
So geht’s:
- Schnapp Dir 2–3 Zettel (oder so viele Du brauchst). Schreib je eine Option oder Entscheidungsmöglichkeit darauf. Das kann so etwas sein z. B.:
- „Ich kündige meinen Job“ | „Ich bleibe noch ein Jahr“ | „Ich weiß es nicht“
- "Handeln" | "Abwarten"
- "Ich gehe einen kleinen Schritt" | "Ich mache erst mal nichts" | "Ich vertage das Thema 2 Monate"
- Leg die Zettel mit Abstand auf den Boden. So, dass Du Dich einzeln draufstellen kannst.
- Stell Dich nacheinander auf jeden Zettel.
- Spür in Deinen Körper: Wackelst Du? Fühlst Du Dich ruhig? Weit? Eng?
- Lass die Gedanken kurz außen vor. Nur spüren.
- Wähle den Zettel aus, den Du als am Stimmigsten empfunden hast.
- Decke auf, was auf dem Zettel steht.
- Vielleicht entspricht der Zettel Deiner gefühlten Entscheidung. Oder Du hast intuitiv eine andere Wahl getroffen. Oder es ist Dir ist eine völlig neue Möglichkeit eingefallen.
Diese Übung hilft Dir, raus aus der Gedankenspirale zu kommen - und rein ins Gefühl, Deinen Körper, Deine Intuition. Sie schafft Raum für die Körperweisheit.
Manchmal spürst Du auf einem Zettel sofort: Ja, das ist es.
Und manchmal weißt Du plötzlich, was Du nicht mehr willst.
Probiere es aus und lass Dich überraschen.
Du musst nicht alles allein herausfinden

Raum zum Spüren. Raum zum Sein. Du musst es nicht sofort wissen
Du musst nicht alles allein herausfinden.
Gerade wenn die Gedanken sich im Kreis drehen oder Du das Gefühl hast, festzustecken,
hilft es, in einem geschützten Resonanzraum zu sprechen.
In meinem Raum Stille & klar darf genau dieses Nichtwissen da sein.
Nicht, um sofort eine Richtung zu finden -
sondern um wieder in Kontakt mit Dir selbst zu kommen.
Du musst nicht wissen, was Du willst, um anzufangen.
Manchmal zeigt sich Klarheit erst, wenn nichts mehr gedrängt wird.
Wenn Du mehr Ruhe, Entspannung und Weite im Raum dazwischen suchst,
schau gern hier hinein:
Stille & klar - Raum für Dich
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Wenn Du Lust hast, Dir gezielte Fragen zu stellen, die Dich wieder in Verbindung mit Dir bringen: Im Blogartikel Gedanken sortieren: 5 Fragen, die Dir Klarheit schenken findest Du kraftvolle Impulse für Deinen nächsten Schritt.
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Bildquelle:
Titelbild (Sonnenaufgang über Berghängen): Foto von Ales Krivec für Unsplash+
Sonnenlicht auf einem Waldweg: Foto von Ales Krivec für Unsplash+
Silhouette einer Bank vor weitem Himmel: Foto von Jan Huber auf Unsplash
