Nach dem Oktober ist vor dem Oktober. Dieses Mal wusste ich wirklich nicht, ob ich es zeitnah schaffe, meinen Monatsrückblick zu schreiben. Ich habe viel darüber nachgedacht, was so passiert ist - doch es wollte nicht wirklich "aufs Papier".
Aber jetzt ist es dran. Ich liebe ehrlich gesagt die Monatsrückblicke, weil sie mich wirklich mit meinem Leben verbinden - und in die Tiefe führen.
Der Oktober hat mich endlich in die Ruhe eingeladen. Gleichzeitig war er ein Monat der Kreativität. Und, neue Räume sind entstanden: ein Denklabor und eine Zeremonie.
Ruhe und Loslassen 🍂

Der Herbst lädt uns zum Loslassen ein.
Im Oktober ist etwas passiert, das ich mir schon länger gewünscht hatte: Ich bin endlich in die Ruhe gekommen. Ich habe gemerkt, wie ich wieder mehr ins Innen gefunden habe, langsamer geworden bin und mich die Zeitqualität ganz natürlich getragen hat.
Ende Oktober beginnt Samhain - der Übergang ins neue keltische Jahr und der Moment, in dem wir in die dunkle Jahreszeit eintreten. Eine Phase des Loslassens, der Innenschau und der Ahnenverbindung. Diese Energie setzt schon vorher mit dem Vollmond ein und ist lange spürbar.
Genauso hat es sich angefühlt: wie ein sanfter Schleier über den Dingen. Mein Körper hat mir sehr klar gezeigt, was jetzt dran ist. Weniger Außen. Mehr Tiefe. Mehr Gelassenheit. Die Natur zieht sich zurück - und spiegelt, was jetzt gerade stimmig ist. Eine Phase, die ich jedes Jahr genieße und die ich im Oktober sehr bewusst begrüßt habe.
Giulio Cesare in Egitto: Ich werde langsam Opernfan 😀

Blick in die Oper Frankfurt vor der Aufführung. Ich finde den Orchestergraben immer sehr spannend.
Im Oktober war ich in Giulio Cesare in Egitto, einer Barockoper von Händel. Erst während des Opernkurses habe ich überhaupt verstanden, dass es schlicht „Julius Caesar in Ägypten“ heißt - mit allem, was dazugehört: Macht, Mord, Übergänge, Kleopatra, Trauer, Melancholie.
Spannende Besetzungen
Spannend fand ich vor allem die Besetzung. Viele Rollen werden von Countertenören gesungen - und es ist ein eigenartiger, faszinierender Moment, wenn eine raumfüllende Figur wie Caesar plötzlich mit dieser hohen Stimme singt. Auch genderfluidere Rollenbesetzungen waren dabei: eine eigentlich männliche Rolle wurde von einer Frau gespielt. Das zeigt, wie progressiv manche barocke Werke waren - auch wenn die historische Besetzung der hohen Rollen durch Kastraten einen einen gewissen Missklang hinterlässt. Die Oper selbst berührt noch andere vielschichtige Themen - wie Gewalt in verschiedenen Formen. Sehr spannend.
Und ein tolles Bühnebild
Die Frankfurter Inszenierung hat mich wirklich überrascht: modern interpretiert, mit viel Gefühl für Vergänglichkeit. Besonders das Bühnenbild bleibt mir im Gedächtnis - Räume, die sich im Hintergrund langsam über die Bühne bewegten, ein Laufband, das Zeit und Übergang sichtbar macht.
Ich war echt begeistert
Ich war ehrlich gesagt unsicher, ob ich drei Stunden Oper "durchhalte" Aber es war keine Sekunde langweilig. Das Ensemble hat mit so viel Hingabe gespielt. Ich war am Ende wirklich begeistert - und das hätte ich von einer Händel-Oper nicht erwartet.
Es ist für mich ein gutes Beispiel dafür, warum es sich lohnt, offen zu bleiben und Neues auszuprobieren. Man weiß, dass man etwas Neues erleben möchte - aber wenn man dann wirklich überrascht wird, überrascht einen auch das wieder.
Zeichnen kann jeder 🎨
Im Oktober habe ich mir endlich etwas erfüllt, das seit Monaten auf meiner To-Want-Liste stand: wieder malen. Ich habe mich für einen Malkurs an der Volkshochschule angemeldet - und war besonders davon angetan, dass der Kurs in einem echten Atelier einer ausstellenden Künstlerin stattfand. Das hat dem Ganzen noch mal eine besondere Atmosphäre gegeben.
Wir haben an zwei Tagen gearbeitet: zweimal ein Stillleben gezeichnet und eines davon am zweiten Tag in Acryl gemalt. Nicht nach Fotos, sondern nach einem aufgebauten Arrangement - einer Vase, Früchten, Stoff. Das ist auch wirklich eine Herausforderung - etwas aus dem dreimensionalen Raum auf ein zweidimensionales Blatt zu übertragen.

Das dreidimensionale Stilleben - die Vorlage für das zweidimensionale Bild. Da müssen Auge-Gehirn-Hand erst mal zueinander finden.
Das Thema beim Zeichnen - und Malen: Loslassen

Zeichnen kann jeder 😉. Manchmal fahren Früchte dann eben Ski - oder Schlitten. (Das war übrigens nach einer anderen Vorlage - aber auch echt in 3D.)
Zeichnen hat für viele etwas Einschüchterndes. Ich kenne diese Hürde gut. Vor Jahren habe ich einmal einen Superlearning-Zeichenkurs gemacht, bei dem man mit geschlossenen Augen, mit zwei Stiften oder kopfüber zeichnet - einfach, um den Verstand auszutricksen. Denn es geht beim Zeichnen nicht um Perfektion, sondern darum, etwas wiederzugeben, das man fühlt oder erkennt. Es geht um die Darstellung der Essenz von etwas - und um Loslassen. Genau darüber haben wir im Kurs auch gesprochen.
Dann kommt der Flow

Das Stillleben in 2D übertragen - erst gezeichnet, dann in Acryl gemalt. Es ist nicht perfekt - aber mir gefällt es. Und das ist das Wichtigste.
Und dann passiert dieser Moment, den ich liebe: Man hört auf, nachzudenken. Man malt. Man zeichnet. Man ist einfach drin - im Flow. Die Ergebnisse sind nie perfekt – und müssen es auch nicht sein. Manche Stellen gelingen, andere nicht. Aber am Ende spürt man: Das kommt aus mir. Und das reicht.
Ich habe den Kurs sehr genossen, weiß jetzt wieder, warum ich malen will - und dass ich es häufiger tun werde. Der schwerste Teil war wie immer der erste Schritt. Aber sobald man loslässt, öffnet sich ein Prozess, der unglaublich gut tut.
Und genau deshalb bleibe ich dabei: Zeichnen kann jeder. Malen auch. Es ist Selbstausdruck - und der steht jedem zu und genügt immer.
Neue Räume: Denklabor 💭

Die Website des Denklabors im Online-Magazin-Style: Reduziert und pointiert - und weiterhin im Aufbau.
Trotz der Ruhe ist im Oktober etwas Neues entstanden: mein Denklabor.
Ich habe Anfang des Jahres angefangen, auch über gesellschaftliche Themen zu bloggen - habe aber irgendwann gemerkt, dass das energetisch nicht zum Seelenguide passt. Der Seelenguide ist ein Tempelraum. Still, tief, getragen.
Meine gesellschaftlichen Texte bekommen ein neues Zuhause
Gesellschaftliche Texte dagegen sind pointierter, kantiger und manchmal politisch deutlich. Sie haben eher den Charakter eines Online-Magazins.
Also habe ich den Raum getrennt - und Zwischen Genie und Wahnsinn eröffnet.
Dorthin ziehen meine gesellschaftlichen Texte. Hier schreibe ich über alles, was mich gesellschaftlich bewegt: politische Entwicklungen, Weltpolitik, soziale Strömungen, Faschismus, Rassismus, Nationalismus – und natürlich weiterhin über Israel und Palästina, weil mich dieses Thema immer noch begleitet.
Ein Raum für Diskurs
Der Raum verbindet Analyse, Psychologie und Zukunftsdenken. Er erlaubt mir, meine Gedanken klarer zu sortieren und öffentlich auszusprechen - auch mit der Haltung eines Menschen, der heilen will, ohne die Realität zu verdrängen.
Das Denklabor soll ein Ort werden, an dem Diskurs möglich ist. Ein Raum für Bewusstsein, Perspektiven und gemeinsames Nachdenken über eine bessere Welt.
Wenn es Dich interessiert
👉 Hier geht's zum Denklabor - Zwischen Genie und Wahnsinn
Ein Ritualraum: Die Lichter-Advents-Zeremonie ✨

Die Webseite der Lichter-Advents-Zeremonie: So gestaltet, dass die Energie des Raumes spürbar wird.
Im Oktober ist außerdem ein zweiter Raum entstanden: meine Lichter-Advents-Zeremonie. Ich hatte schon länger den Wunsch, einen Adventskalender zu entwickeln - auch angestoßen durch einen Impuls aus The Content Society. Aber ein klassischer Kalender mit 24 täglichen Impulsen fühlt sich für mich nicht stimmig an. Zu viel, zu schnell für diese Zeit.
Also habe ich mich für eine Vierer-Sequenz entschieden, passend zu den vier Adventssonntagen und den vier Kerzen. Und daraus ist ein Ritualraum geworden: vier Lichter, vier Widmungen. Für das Universelle, für Dich selbst, für Deine Lieben und für die Welt.
Die Zeremonie ist gefühlsgetragen, verbindet Meditation, Intention und Verbindung - mit sich selbst und mit anderen. Weniger Input, dafür mehr Tiefe.
Ich habe beschlossen, diesen Ritualraum wahrscheinlich jedes Jahr neu zu öffnen. Rituale leben davon, dass sie wiederkehren. Und dieser Raum fühlt sich genau richtig dafür an.
Aktuell gehen zwölf Menschen und ich gemeinsam durch die Zeremonie - wie eine kleine Gemeinschaft, die die Adventszeit bewusst gestaltet. Und genau das mag ich daran.
Bis zum 30. November 2025 kannst Du Dich noch anmelden:
🕯️ Zur Lichter-Advents-Zeremonie
Was ich im Oktober gebloggt habe 🖋️
Im Oktober sind einige Artikel erschienen - sowohl im Seelenguide-Raum als auch im Denklabor:
Seelenguide
- Was ist die AKASHA Chronik? Bedeutung, Zugang & erste Schritte
Mein neuer, umfangreicher AKASHA-Cornerstone-Artikel. - Meine To-Want-Liste für das 4. Quartal 2025: Samhain, Yule, AKASHA & Erdung
Ein Blick auf meine Vorhaben für das letzte Quartal. - Wie läuft eine AKASHA-Lesung ab? Dein Weg durch die Seelenchronik
Ein Artikel zum Ablauf einer AKASHA-Lesung. - Mein Monatsrückblick September 2025: Von Zwischentönen und Herbstgeflüster
Der Rückblick auf den September. - Gedanken sortieren: 5 Fragen, die Dir Klarheit schenken
Fünf Fragen, die helfen, sich selbst zu führen und Klarheit zu gewinnen.
Denklabor - Zwischen Genie und Wahnsinn
- Was uns Israel und Palästina über Täter-Opfer-Dynamiken lehren
Eine Erweiterung meines Gaza-Israel-Dossiers; inzwischen im Denklabor beheimatet.
Der November ruft in die Tiefe 🌙

Der Weg führt weiter in den November.
Der Übergang vom Oktober in den November ist für mich jedes Jahr geprägt von Samhain - dem Eintritt in die dunkle Jahreszeit. Eine Phase, die uns natürlicherweise nach innen führt: in die Ruhe, ins Loslassen, in die Verbindung zu uns selbst und zu dem, was uns trägt.
Das Gefühl aus dem Oktober möchte ich mitnehmen und weiter vertiefen. Mehr Innen, weniger Außen.
Der November ist auch der Moment, an dem die ersten Gedanken in Richtung neues Jahr auftauchen. Und genau das mag ich an zyklischen Prozessen wie dem keltischen Jahreskreis, meinen To-Want-Listen oder den Monatsrückblicken: Man bleibt in einer Art kontinuierlicher Reflexion. Man spürt früher, wann man nach vorne denken möchte - und gleichzeitig, was man hinter sich lassen möchte.
Mehr dazu dann in meinem Monatsrückblick für den November.
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Bildquelle:
Alle Bilder sind Privatfotos von Jana Engel. Titelbild-Collage erstellt mit Canva (Pro Lizenz)
